Über Tempo und Ausgang der Schadenregulierung entscheidet selten das Glück – viel eher die Qualität der Akte. Der Versicherer kann nur erstatten, was er sieht und was belegt ist. Dieser Artikel zeigt, wie aus dem Schadenfall eine gute Akte wird.
Fotografieren und filmen Sie, bevor irgendetwas bewegt wird – die Schadenminderung geht natürlich vor, aber beides schließt sich selten aus. Gutes Bildmaterial hat zwei Ebenen: Übersichtsaufnahmen, auf denen der Ort und der Zusammenhang erkennbar sind (woher das Wasser kam, wohin sich das Feuer ausgebreitet hat), und Nahaufnahmen von jeder beschädigten Position. Der Datumsstempel des Telefons ist ein guter Anhaltspunkt, aber allein kein Beweis: Senden Sie die Bilder am besten sofort in eine Cloud oder per E-Mail an sich selbst, und verknüpfen Sie den Zeitpunkt mit offiziellen Unterlagen (Polizei, Feuerwehr, Werkstatt). Fotografieren Sie bei Einbruch die Einbruchsspuren noch vor dem Eintreffen der Polizei – fassen Sie sie aber nicht an.
Die Liste der beschädigten Vermögensgegenstände ist das Rückgrat der Schadenakte: Bezeichnung, Stückzahl, Anschaffungszeitpunkt, geschätzter Wert, Zustand. In Tabellenform geführt lässt sie sich leicht erweitern und dem Versicherer gut übergeben. Hier zahlt sich die in ruhigen Zeiten aufgebaute Ordnung aus: Gibt es eine Anlagenverwaltung und Dokumentenordnung, ist die Liste in einer halben Stunde fertig – wenn nicht, dauert es Tage. Bei einem Lagerschaden gehören auch der Endbestand der Lagerbuchhaltung und das Ausscheidungsprotokoll dazu.
Je nach Ereignistyp kann Folgendes nötig sein: Anzeige bei der Polizei und Ermittlungsdaten (Einbruch, Sachbeschädigung, Diebstahl); Bestätigung der Feuerwehr (Brand); Gutachten oder Servicebericht (Maschinenbruch, Elektronikschaden); Erklärung des Versorgungsunternehmens (Überspannung, Störung der Wasserversorgung); Angaben und Erklärung Dritter, falls beteiligt. Heben Sie für die Kosten der Schadenminderung – Plane, Abpumpen, Notreparatur – alle Belege auf: Ihr begründeter Anteil wird in der Regel erstattet.
Die häufigste Schwachstelle der Akte ist nicht das Schadenereignis selbst, sondern der Wertnachweis: Wie viel war das wert, was verloren ging? Rechnungen, eine Liste der aktivierten Anlagen, ein Wartungsprotokoll – und eine einfache, sehr wertvolle Gewohnheit: einmal jährlich ein Video-Rundgang mit dem Telefon über das Betriebsgelände. Zehn Minuten Aufwand, im Schadenfall Gold wert. Genau um diese Art der Vorsorge geht es im Artikel Schadenverhütung am Betriebsstandort – den Ablauf der Meldung liefert Schadenmeldung Schritt für Schritt.
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