Wissen · Unternehmensgröße und Lebenslagen

Das Minimalportfolio des Einzelunternehmers

Beim Einzelunternehmen zählt jeder Forint – auch der, der für die Versicherung vorgesehen ist. Genau deshalb geht es hier nicht darum, „alles abzudecken“, sondern die drei schmerzhaftesten Risiken in den Griff zu bekommen: den Schaden, den Sie jemand anderem zufügen könnten, das, womit Sie arbeiten, und sich selbst. Das ist die Logik des Minimalportfolios.

Kurz gesagt:
  • Erste Schicht: Haftpflicht – denn ein Schaden, den Sie einem anderen zufügen, geht ans Privatvermögen.
  • Zweite Schicht: die Arbeitsmittel – fällt das Arbeitsmittel aus, fällt auch der Umsatz aus.
  • Dritte Schicht: die eigene Person – im Einzelunternehmen ist der Inhaber die einzige „Schlüsselperson“.

Erste Schicht: die Haftpflicht

Als Einzelunternehmer haften Sie für Verbindlichkeiten mit Ihrem gesamten Privatvermögen – es gibt keine GmbH, die die Forderung auffängt. Deshalb ist die Haftpflichtversicherung hier kein Luxus für Unternehmen, sondern Teil der finanziellen Sicherheit der Familie: Entsteht durch einen Fehler bei Ihrer Arbeit ein Schaden bei einem Dritten, bietet die Haftpflichtversicherung nach Maßgabe der Bedingungen Deckung – im versicherten Tätigkeitsbereich, bis zum gewählten Limit, oberhalb des Selbstbehalts. Bei manchen Tätigkeiten schreibt das übrigens sogar ein Gesetz oder eine Kammer (Berufskammer) vor. Einen Überblick über die Typen bietet der Artikel zur Haftpflicht.

Zweite Schicht: die Arbeitsmittel

Der Laptop, das Werkzeugset, der Kleintransporter, die Werkstatt – der Gerätepark des Einzelunternehmers ist klein, aber kritisch: Es gibt kein Ersatzgerät in der Nachbarabteilung. Die Deckung für die Arbeitsmittel ist deshalb nicht wegen der Werthöhe wichtig, sondern wegen der Dringlichkeit der Ersatzbeschaffung. Wer von zu Hause aus arbeitet, sollte besonders auf die Grenze zwischen Privat- und Firmenvermögen achten: Artikel zum Homeoffice. Beim Fahrzeug hängt neben der Pflichtversicherung die Frage der Kaskoversicherung vom Fahrzeugwert und seiner Rolle im Betrieb ab.

Dritte Schicht: die eigene Person

Im Einzelunternehmen liegt das größte Risiko nicht im Gerät, sondern im Menschen: Fällt der Unternehmer aus – durch Unfall oder Krankheit –, sinkt der Umsatz auf null, die Kosten bleiben. Darauf antwortet die Schicht der Personenversicherung: Deckungen für Unfall- und krankheitsbedingten Ausfall, Summenversicherungen für schwerere Fälle. Das führt bereits in die persönliche Finanzplanung hinein – der Kernpunkt hier: Diese Schicht fehlt im Minimalportfolio am häufigsten, dabei deckt sie genau den Schaden ab, der am schwersten aus eigener Kraft zu tragen ist.

Und was darf fehlen?

Ehrlicher Schluss: Im Minimalportfolio braucht es nicht alles. Für selten sinnvolle Bausteine – etwa die oft missverstandene Betriebsunterbrechungsdeckung – ist hier meist nicht die Police, sondern die Rücklage die richtige Antwort. Die richtige Reihenfolge: Zuerst sollen die drei Schichten sitzen, dann kommt die Feinabstimmung. Zu den weiteren Fragen für Start-ups: die erste Firmenversicherung.

Eine Frage speziell zu Ihrem Unternehmen? Vereinbaren Sie eine kostenlose 20-minütige Beratung →

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information, stellt kein Angebot und keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Die konkreten Deckungen, Ausschlüsse und die Beitragsbildung richten sich nach den jeweils geltenden Vertragsbedingungen der Versicherer – bei der Angebotseinholung lohnt es sich, diese Punkt für Punkt durchzugehen. Aktualisiert: August 2026.

Verwandte Artikel

Portfolio-Durchleuchtung in 20 Minuten – bringen Sie Ihre bestehenden Policen mit.

Kostenlos und unverbindlich: Ich prüfe, was vorhanden ist und wo eine Lücke oder Überschneidung bestehen könnte – die Entscheidung liegt in jedem Fall bei Ihnen.

Termin buchen