Wissen · Portfolio-Management

Deckungslandkarte: was schützt was – auf einen Blick

In der Sprache der Policen zu denken ist schwer – in der Sprache der Risiken leicht. Die Deckungslandkarte übernimmt genau diese Übersetzung: auf der einen Seite die realen Risiken des Unternehmens, auf der anderen die bestehenden Verträge, und in der Mitte die Wahrheit: was gedeckt ist, was nicht, und wofür doppelt Beitrag gezahlt wird.

Kurz gesagt:
  • Die Zeilen der Karte sind die Risiken (Feuer im Lager, Schlechtleistung, Ausfall einer Schlüsselmaschine …), die Spalten die Verträge.
  • Es gibt drei Zustände: gedeckt, nicht gedeckt, doppelt gedeckt – und alle drei müssen sichtbar sein.
  • Die Karte ist kein einmaliges Kunstwerk: ein Arbeitswerkzeug, das jährlich und bei großen Veränderungen zu aktualisieren ist.

Wie entsteht sie?

Der erste Schritt ist die Risikoliste: Welche zehn bis zwanzig Ereignisse würden dem Unternehmen einen echten Schaden zufügen? Es lohnt sich, nach Bereichen vorzugehen – Sachversicherung, Haftpflicht, Menschen, Betrieb (die Landkarte der KMU-Versicherung) – und konkret zu formulieren: nicht „Feuerschaden“, sondern „Feuer im Dämmstofflager“. Der zweite Schritt ist die Vertragsliste – die kommt aus dem Portfolio-Inventar bereits fertig. Der dritte Schritt ist die Zuordnung: zeilenweise prüfen, welcher Vertrag mit welcher Deckungssumme und welcher Selbstbeteiligung auf das jeweilige Risiko antwortet. Ausfüllbare Vorlage: Vorlage Deckungslandkarte.

Was zeigt sie?

Die Karte bringt in der Regel drei Erkenntnisse. Die erste ist die Lücke: ein Risiko, auf das kein Vertrag antwortet – von deren Aufspüren handelt die Lückenjagd. Die zweite ist die Überschneidung: zwei Verträge für dasselbe Risiko – das bedeutet meist nicht die doppelte Entschädigung, sondern den doppelten Beitrag: Überschneidungsjagd. Die dritte ist der Größenfehler: Das Risiko ist gedeckt, aber die Deckungssumme unrealistisch klein oder die Selbstbeteiligung unrealistisch groß – auf dem Papier in Ordnung, beim Schaden zu wenig.

Karte und bewusste Entscheidung

Wichtig ist festzuhalten: Das Ziel der Karte ist nicht, dass jede Zelle „gedeckt“ ist. Es gibt Risiken, die das Unternehmen bewusst selbst trägt – weil sie aus eigener Kraft zu verkraften sind, weil ihre Deckung unverhältnismäßig teuer wäre oder weil sie sich durch Prävention besser handhaben lassen. Genau darin liegt der Wert der Karte: Die ungedeckte Lücke soll kein Zufall sein, sondern eine Entscheidung. Das ist der Unterschied zwischen Sparen und Risikoübernahme – und genau das hält die Portfolio-Durchleuchtung fest.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information, stellt kein Angebot und keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Die konkreten Deckungen, Ausschlüsse und die Beitragsbildung richten sich nach den jeweils geltenden Vertragsbedingungen der Versicherer – bei der Angebotseinholung lohnt es sich, diese Punkt für Punkt durchzugehen. Aktualisiert: August 2026.

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