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Lückenjagd: Was ist in Ihrem Unternehmen nicht gedeckt?

Die Versicherungslücke ist ihrer Natur nach unsichtbar: Sie schickt keine Rechnung, verlangt keine Fälligkeit, meldet sich nicht. Sie äußert sich nur ein einziges Mal – wenn daraus ein Schaden wird und sich zeigt, dass gerade dafür nichts galt. Die Lückenjagd macht dieses stumme Risiko sichtbar, solange noch Frieden herrscht.

Kurz gesagt:
  • Lücken entstehen nicht zufällig: Sie wachsen entlang von Veränderungen – was im Unternehmen neu ist, ist meist ungedeckt.
  • Die Methode der Jagd ist die Deckungslandkarte: für jedes Risiko durchfragen, welcher Vertrag darauf antwortet.
  • Nicht jede Lücke muss geschlossen werden – aber von jeder muss man wissen und über sie entscheiden.

Wo entstehen Lücken?

Der Erfahrung nach gibt es fünf Brutstätten. Das Neue: die im letzten Jahr gekaufte Maschine, der dieses Jahr eröffnete Standort, die gerade startende Tätigkeit – die Policen decken die Vergangenheit. Die Grenzbereiche: Homeoffice-Geräte, beim Partner gelagerter Bestand, gemietete Vermögensgegenstände – wo sich die Verantwortung zwischen zwei Beteiligten aufteilt, versichert oft keiner von beiden (Homeoffice, gemietetes vs. eigenes Gerät). Die klein gestarteten, groß gewachsenen Posten: der einst unbedeutende Warenbestand, der heute den Hauptwert des Unternehmens ausmacht. Die bedingten Deckungen: was theoretisch gedeckt ist, in der Praxis aber wegen einer nicht eingehaltenen Bedingung (Alarmanlage, Wartung, Meldung) nicht greift. Und die Menschen: Das Risiko rund um Schlüsselpersonen und der Unfallschutz des Teams sind am häufigsten ein völlig leerer Bereich.

Die Methode: fragen Sie die Karte durch

Die Lückenjagd ist keine Frage der Inspiration, sondern der Methode: Die Deckungslandkarte erzwingt zeilenweise die Frage – welcher Vertrag antwortet auf dieses Risiko, bis zu welcher Deckungssumme, unter welcher Bedingung? Lautet die Antwort „keiner“, liegt eine Lücke vor. Lautet sie „vielleicht dieser, aber ich bin mir nicht sicher“, ebenso: Eine unsichere Deckung zeigt sich erst bei der Schadenregulierung, und das ist eine teure Lektion. In diesem Fall sollten Sie die Bedingungen prüfen – dabei hilft die Methode zum Lesen der Bedingungen.

Was tun mit gefundenen Lücken?

Es gibt drei ehrliche Antworten. Decken: wenn das Risiko groß und der Preis der Deckung angemessen ist. Bewusst tragen: wenn der Schaden aus eigener Kraft zu verkraften ist – das ist eine legitime Entscheidung, wenn sie ausgesprochen wird. Verringern: durch Prävention, Prozesse, vertragliche Regelungen – Schadenverhütung ist oft günstiger als die Police. Was keine ehrliche Antwort ist: Nichtwissen. Die Lückenjagd ist die eine Hälfte der Portfolio-Durchleuchtung – die andere Hälfte ist der entgegengesetzte Fehler, die Überschneidungsjagd.

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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information, stellt kein Angebot und keine Versicherungs-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Die konkreten Deckungen, Ausschlüsse und die Beitragsbildung richten sich nach den jeweils geltenden Vertragsbedingungen der Versicherer – bei der Angebotseinholung lohnt es sich, diese Punkt für Punkt durchzugehen. Aktualisiert: August 2026.

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