Der Kauf einer eigenen Immobilie ist eine der größten finanziellen Entscheidungen des Unternehmens – und ein Versicherungs-Wendepunkt: Was bisher Sache des Vermieters war, ist ab jetzt Sache des Unternehmens. Das Gebäude ist nicht „noch ein Vermögensgegenstand“: Es hat seine eigenen Regeln.
Der häufigste Fehler ist die Unterversicherung des Gebäudes: Kaufpreis, Marktwert und Neubauwert sind drei verschiedene Zahlen. Die Versicherung muss sich an der letzten orientieren – an dem Betrag, für den sich Halle oder Büro zu heutigen Preisen wieder aufbauen ließe. Bei Unterversicherung kann die Entschädigung anteilig gekürzt werden, und das tut ausgerechnet beim großen Schaden am meisten weh. Der Wert muss deshalb auch von Zeit zu Zeit aktualisiert werden – schon die Veränderung der Baukosten allein kann eine vor ein paar Jahren festgelegte Summe veralten lassen: jährliche Überprüfung.
Bei einer mit Kredit oder Leasing gekauften Immobilie verlangt der Finanzierer eine Versicherung, mit Abtretung oder einer Klausel zu seinen Gunsten – das ist gängige Praxis und Voraussetzung für die Auszahlung. Die Einzelheiten dazu behandelt ein eigener Artikel: Versicherung bei Leasing und Kredit. Praktischer Tipp: Holen Sie sich die Anforderungsliste der Bank schon vor der Angebotsanfrage ein, damit die Deckung gleich beim ersten Mal passt.
Die eigene Immobilie bringt auch neue Deckungsfragen mit sich: Glasflächen, Haustechnik, eventuell Solaranlage und Wärmepumpe; bei einem größeren Standort betrifft das Niveau der Sicherheitsvorkehrungen (Alarmanlage, Kamera) auch die Bedingungen der Einbruchdiebstahl-Deckung. Und da das Gebäude zum größten Vermögenswert des Unternehmens geworden ist, lohnt sich auch ein nüchterner neuer Blick auf das Stillstandsrisiko – nicht reflexhaft abgeschlossen, sondern durchgerechnet.
Bei einer Veränderung dieser Größenordnung gerät auch der Rest des Portfolios in Bewegung: Die Standortadresse ändert sich (melden!), die Deckung des alten Mietobjekts ist zu beenden, mit den neuen Werten sind die Deckungssummen neu zu planen. Genau das ist der Moment, in dem eine Portfolio-Durchleuchtung am nützlichsten ist: Alles wird in einer Hand, in einer Tabelle neu geordnet.
Dieser Artikel ist bewusst als Überblick gehalten: Die ausführlichen Informationen – Deckungen, Ausschlüsse, praktische Beispiele – finden Sie auf der jeweiligen Fachseite des Bereichs.
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