Das Kleinstunternehmen ist die spannendste Größenordnung in Versicherungsfragen: schon kein Einzelner mehr, aber noch keine Organisation. Jeder neue Mitarbeiter, jede neue Maschine und jeder neue Auftraggeber bringt ein neues Risiko – während Zeit und Aufmerksamkeit für Versicherungsfragen unverändert knapp bleiben. Die Lösung ist nicht mehr Policen, sondern eine bessere Struktur.
Das Rückgrat des Kleinstunternehmen-Portfolios besteht aus drei Elementen. Die Sachversicherung am Standort – auch für gemietete Büros und Werkstätten: Die Einrichtung und der Warenbestand gehören dem Unternehmen, und der Vermieter erwartet die Deckung oft ausdrücklich (erste Standortmiete). Die Betriebs- bzw. Berufshaftpflicht – sie wächst mit der Größe der Auftraggeber mit: größerer Partner, größere erwartete Deckungssumme. Und die Fahrzeuge: Ab zwei, drei Fahrzeugen lohnt sich bereits ein Blick auf die Fuhrpark-Logik.
Der erste eingestellte Mitarbeiter ist auch ein rechtlicher und emotionaler Wendepunkt – aus Versicherungssicht bringt er zwei neue Fragen mit sich: Was passiert, wenn sich der Mitarbeiter bei der Arbeit verletzt, und was passiert, wenn er einen Schaden verursacht? Die Einzelheiten erläutert der Artikel Der erste Mitarbeiter; für den Schutz auf Teamebene ist die Gruppenunfallversicherung der natürliche Einstieg – auch in der Größenordnung eines Kleinstunternehmens erhältlich.
Typisch für Kleinstunternehmen sind drei bis fünf Verträge mit drei bis fünf unterschiedlichen Fälligkeitsterminen – und niemand erinnert sich mehr, welcher Vertrag was leistet. Die Abhilfe ist im Verhältnis zu ihrem Nutzen unverhältnismäßig günstig: eine Fälligkeitstabelle und eine einfache Deckungslandkarte – eine halbe Stunde Arbeit, und das Portfolio ist übersichtlich. Von da an ist die jährliche Routine nur noch Pflege: die jährliche Überprüfung.
Die Struktur des Kleinstunternehmens funktioniert, solange das Unternehmen wirklich klein bleibt: In der Nähe des zehnten Mitarbeiters, mit der ersten größeren Ausschreibung oder dem zweiten Standort verlangt das Portfolio neue Schichten – Zusatzleistungen, Projektdeckungen, höhere Deckungssummen. Davon handelt die nächste Stufe: Unternehmen mit über 10 Mitarbeitern.
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